Der Illertisser Stolz
Das Vöhlinschloss ist ein historisches Schloss in der Stadt Illertissen im bayerisch-schwäbischen Landkreis Neu-Ulm. Es liegt auf einer Anhöhe über der Stadt und zählt zu den bedeutendsten historischen Bauwerken der Region. Heute dient das Schloss als Bildungs- und Veranstaltungszentrum, beherbergt das Bayerische Bienenmuseum und ist ein wichtiger kultureller Anziehungspunkt.
Mittelalterliche Ursprünge
Die Ursprünge des Vöhlinschlosses gehen bis ins 12. Jahrhundert zurück. Damals befand sich an diesem Ort eine Burg, die vermutlich von den Grafen von Kirchberg erbaut wurde. Im 13. Jahrhundert kam die Burg in den Besitz der Herren von Rechberg, einem schwäbischen Adelsgeschlecht.
Übergang an die Fugger
Im Jahr 1520 kaufte das einflussreiche Kaufmanns- und Bankiersgeschlecht der Fugger die Herrschaft Illertissen samt der Burg. Unter ihrer Herrschaft wurde die mittelalterliche Burg zu einem repräsentativen Renaissanceschloss umgebaut. Die Fugger nutzten das Schloss als Verwaltungszentrum für ihre ausgedehnten Besitzungen in der Region.
Die Familie Vöhlin und Namensgebung
1646 ging das Schloss in den Besitz der Familie Vöhlin über, einer wohlhabenden Memminger Patrizierfamilie. Sie führten bauliche Erweiterungen durch und verliehen dem Schloss seinen heutigen Namen. Unter ihrer Herrschaft erlebte das Schloss eine neue Blütezeit und wurde weiter ausgebaut.
Wechselnde Besitzer im 19. und 20. Jahrhundert
Nach dem Aussterben der Vöhlin im 18. Jahrhundert wechselte das Schloss mehrfach den Besitzer. 1806 kam es unter bayerische Verwaltung und diente in der Folge verschiedenen Zwecken, unter anderem als Amtssitz und Schule.
Im 20. Jahrhundert wurde das Schloss mehrfach saniert und für öffentliche Zwecke genutzt. Seit 1982 gehört es der Stadt Illertissen und wird seither als Bildungs- und Kulturzentrum genutzt.
Architektur und Baugeschichte
Das Vöhlinschloss ist eine dreiflügelige Schlossanlage mit einem charakteristischen Innenhof. Die Architektur vereint Elemente aus verschiedenen Epochen:
- Mittelalterliche Grundstruktur: Teile der ursprünglichen Burg sind noch erkennbar, insbesondere im Fundament und in einzelnen Mauern.
- Renaissance-Umbauten: Die Fugger und Vöhlin gestalteten das Schloss mit typischen Renaissance-Elementen, darunter prächtige Gewölbe und verzierte Fensterfassungen.
- Barocke Erweiterungen: Im 17. und 18. Jahrhundert wurden barocke Stilelemente hinzugefügt, insbesondere in der Innenausstattung.
- Neugotische Elemente: Einige Fassaden und Innenräume wurden im 19. Jahrhundert neugotisch überformt.
Besonders bemerkenswert sind die gut erhaltenen Stuckdecken, historische Wandmalereien und die gewölbten Kelleranlagen.
Heutige Nutzung
Heute dient das Vöhlinschloss verschiedenen Zwecken:
Bildungszentrum
Das Schloss beherbergt ein Management- und Weiterbildungszentrum der Hochschulen Neu-Ulm, Kempten und Augsburg. Hier finden Seminare und Workshops zu betriebswirtschaftlichen und technologischen Themen statt.
Bayerisches Bienenmuseum
Ein Highlight des Schlosses ist das Bayerische Bienenmuseum, das sich mit der Geschichte und Bedeutung der Imkerei beschäftigt. Das Museum zeigt historische Werkzeuge, Bienenzuchtmethoden und vermittelt Wissenswertes über die ökologische Rolle der Bienen.
Veranstaltungsort
Das Schloss dient als Veranstaltungsort für kulturelle Events, Konzerte, Tagungen und Hochzeiten. Die historischen Räume bieten eine besondere Atmosphäre für verschiedene Anlässe.
Das Vöhlinschloss ist ein geschichtsträchtiges Bauwerk, das im Laufe der Jahrhunderte verschiedene Herrschaften und Umbauten erlebt hat. Heute ist es nicht nur ein beeindruckendes Zeugnis schwäbischer Architekturgeschichte, sondern auch ein lebendiger Ort für Bildung, Kultur und Veranstaltungen.
Weiterführende Infos bspw. auf der offiziellen Webseite des Bienenmuseums im Vöhlinschloss:
https://www.landkreis-nu.de/bienenmuseum